Unterwegs auf der Achse des Bösen

Unterwegs auf der Achse des Bösen

Am 29. Januar 2002 erklärte der damalige US Präsident George W. Bush die Länder Nordkorea, Iran und Irak zur Achse des Bösen. Zwei Drittel dieser Länder habe ich mir angesehen und konnte dort im Wesentlichen eines finden: Liebenswürdige Menschen und unvergessliche Momente.

Eines meiner liebsten Hobbies ist das Reisen in Länder, in denen es etwas Neues zu entdecken gibt. Das dürfte also auf so ziemlich alle Nationen dieser Erde zutreffen. Hin und wieder sind dann auch Orte darunter, bei denen meine Umgebung mit Sätzen wie „Du bist ja vollkommen bekloppt“ reagiert, sobald die anstehenden Ausflugs-Pläne ausgeplaudert sind. So geschehen vor Nordkorea 2007 und Iran 2008. Wahlweise heißt es dann auch gerne einmal: „Das ist doch viel zu gefährlich“, oder „wie kannst du so ein Terror-Regime nur unterstützen“.

Diese Reaktionen sind allzu verständlich, haben unsere Qualitätsmedien doch in mühevoller und Jahrzehnte langer Kleinarbeit Propaganda und Gehirnwäsche betrieben, um uns zu erklären wer auf der Erde gut und wer böse ist. Stimmt nicht? Dann sag‘ mir mal, wann Du das letzte Mal etwas Positives über Iran oder Nordkorea in Funk und Fernsehen erfahren hast?

Reisen zu den Menschen

Dass Nachrichten in Deutschland durch ihre Negativität depressiv machen ist die eine Sache. Eine ganz andere ist, dass unsere Sicht auf die Welt leider vollkommen verzerrt wird. Natürlich gibt es überall auf dem Globus Schurken, böse Buben und Menschen, die weniger reinen Herzens sind als wir selber. Es gibt aber auch – und das lehrt ganz einfach die Erfahrung – normale Leute, wie Du und ich. Menschen mit Träumen und Wünschen für sich und ihre Kinder. Und für genau diese lohnt es sich, einmal etwas genauer hinzuschauen – selbst wenn deren jeweilige Regierung nach unseren Wertvorstellungen in die Klapse gehört.

Ich selbst unterscheide immer zwischen dem Regime eines Landes einerseits und der stinknormalen Bevölkerung andererseits. Letztere möchte ich kennenlernen, wenn ich mich auf den Weg mache. Ohne diese Differenzierung dürfte ich sowieso nirgendswo mehr guten Gewissens hinfahren und müsste sogar aus Deutschland auswandern. Oder wie war das mit der Moral- und Menschenrechte predigenden Deutschen Regierung, die Gleichzeitig Unmengen von Waffen an Länder verkauft, in denen gefoltert und gesteinigt wird?

Iran

Sich so wunderschöne Landstriche wie Iran entgehen zu lassen, nur weil vermeintlich an jeder Ecke ein Terrorist wartet, ist eine Schande. Persien hat so unglaublich viel zu bieten, von Mars ähnlichen Wüsten über Skigebiete, Orten aus 1001 Nacht, Poesie, Kulturdenkmälern ohne Ende und – das Wichtigste: unfassbar nette Menschen!!! Wie oft sind wir eingeladen und herzlich empfangen worden, haben beim Picknick über Gott und die Welt geplaudert und viel über uns selbst gelernt. Niemals werde ich vergessen, wie liebevoll meine Frau von einigen Iranerinnen behandelt wurde, die sie an die Hand nahmen und ihr die Parks und Kultur näher brachten. Es waren drei unvergessliche Wochen, 2300Km kreuz und quer durch Iran.

Nordkorea

In Nordkorea war es ähnlich. Klar, es gab unbestreitbar viel Negatives, wie ausgemergelte Kühe, Propagandafernsehen, Armut usw. Kennt man schon aus der Glotze. Dennoch habe ich mich mit den Reiseleitern angefreundet und zusammen mit ihnen Billard gespielt, mit Familien im Park gespielt, Hochzeiten gesehen, mit Mädels geflirtet und Selfies mit den Tänzerinnen von Pjöngjang gemacht, in Wonsan im Meer gebadet, paradiesische Stille und Natur in der demilitarisierten Zone erlebt, mich mit Grenzsoldaten über Politik unterhalten. Das Erstaunlichste dabei: gerade die Militärs waren es, die nicht nur keinen Groll gegenüber ihren Nachbarn und der Außenwelt hegten, sondern offen traurig darüber waren, von ihren Brüdern und Schwestern im Süden getrennt zu sein.

Hier ein Artikel, den ich seinerzeit für ein Magazin schrieb:

http://prinz.de/deutschland/artikel/56449-schaufenster-nordkoreas/

Kurzum: Ich war unterwegs auf der Achse des Bösen und erlebte dort die schönsten Reisen meines Lebens!

Zeit zum Handeln: Hast Du den Mut, Dir selbst ein Bild zu machen?

Viele Grüße

Olliwaa

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